Glaubet den Lehrern nicht,glaubet den Büchern nicht, glaubet auch mir nicht. Glaubet nur das, was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und den anderen zum Wohle dienend erkannt habt. (Buddha)
   
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  Ballast
 

Ballast

Es ist nun schom viele Jahre her, dass ich die erkenntnisreiche Erfahrung machen durfte, mit wieviel vermeintlich unbedingt notwendigem und scheinbar unentbehrlichem Ballast wir uns in unserer sog. zivilisierten Wohlstandsgesellschaft umgeben.

Hier an dieser Stelle sei nur am Rande erwähnt, dass ich inzwischen der Überzeugung bin, dass all dies nur Ersatzbefriedigungen und jene „Spiele fürs Volk“ sind, welche uns trösten und unser „Herdensadsein“ im „Normgefängnis“ gerade mal so erträglich machen sollen, dass kaum bis keine Zeit bleibt, sich dieser Gefangenschaft überhaupt bewusst zu werden. Und so werden immer wieder neue Bedürfnisse gezüchtet um den Raum für etwaige Gedanken an einen Ausbruch der Herde aus dem „Hamsterrad“ zu füllen .
                                                                                                                     
 Doch will ich dieses Thema hier gar nicht weiter ausbauen, sondern ein kleines Erlebnis schildern, welches bei mir seinerzeit sicher mit dazu beigetragen hat, dass ich begann, gewisse Dinge zu hinterfragen. Und so mag diese kleine, scheinbar unbedeutende, eher banale Begebenheit auch ein Impuls, ein Wegweiser gewesen sein, welcher mein Denken damals in eine neue Richtung gelenkt hat.

Und auf diesem Weg, kam mir z.B. irgendwann auch der Begriff „Normgefängnis“ in den Sinn. 

><

Vor etlichen Jahren, als ich noch in Ehegefangenschaft war, fuhren wir für drei Wochen in Urlaub. Jedenfalls nannte mein damaliger extrem sparsamer Mann das so. Den »Urlaub« gabs nur, weil die Unterkunft durch „Vitamin B“ nichts kostete.

Drei Räume, eingerichtet wie Knastzellen. Eisenbetten, Schrank, Tisch, Stühle......., Ende.
Wände, Boden völlig kahl. Ein winziges Klo und ein kleiner Küchenraum. mit zweier Kochplatte etwas Geschirr und einer Reihe von Wasserkanistern, denn aus dem Hahn kam nur Salzwasser. Und als wir da ankamen dachte ich nur >ach du Schande<

Das Ganze war auf Sylt, eine völlig komfortlose Unterkunft für Soldaten, die im Winter dort ihre Schießübungen machten. Einziger Vorteil, dieses „Steinhaus“ wie es genannt wurde, lag mitten in den Dünen und praktisch direkt am Wasser.

Doch bereits nach wenigen Tagen lernte ich, diese Einfachheit zu schätzen und was mich beim Abschied wirklich wehmütig stimmte, war der Gedanke, zurückkehren zu müssen in eine Welt voller nutzlosem Ballast.
Zurück in ein Haus, vollgestopft mit Dingen, die kein Mensch wirklich braucht. Unzählige Nippsachen und Deko-Staubfänger die nur Arbeit machen und ein jahrelang gewachsenes Sammelsurium von Krimskrams von dem ich mich nie trennen konnte, weil ich es ja vielleiiicht noch mal brauchen könnte. Und war es dann tatsächlich mal so, konnte ich es nie finden, oder ich fand es sonderbarer Weise immer erst dann wieder, wenn ich es mir nach vergeblicher nerviger Suche, "verdammt, ich hatte es doch irgendwo!", gerade neu gekauft hatte.

Nun kam ich nach Hause, und sah meine kleine, mit Konsummüll angefüllte Welt , plötzlich mir anderen Augen.
Ich empfand sie als beklemmend und erdrückend und ich sehnte mich nach der Einfachhheit der vergangenen Tage zurück. Ach war das schön, dieses Nichts. Ratz Fatz fertig mit der Hausarbeit und Zeit ohne Ende für mein eigenes Ich und die Ich`s meiner Kinder.
Und da fing ich erst mal an auszumisten und mir »Luft« zu machen.

So lange wir nicht spüren, was wir alles nicht brauchen, können wir es uns eben nicht vorstellen.


 


 

 
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