Glaubet den Lehrern nicht,glaubet den Büchern nicht, glaubet auch mir nicht. Glaubet nur das, was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und den anderen zum Wohle dienend erkannt habt. (Buddha)
   
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  Was ist Armut?
 
Ich lege diese Frage auch mal in die Kiste mit den philosophischen Fragen.

Meine persönliche Antwort darauf habe ich sofort parat, denn die ist für mich ganz klar, Armut bedeutet für jeden etwas anderes, denn der Mensch ist ein ---Achtung jetzt kommt mein Lieblingswort---Individuum ! 

Und demzufolge gibt es aus meiner Sicht Milliarden verschiedene, aus der Subjektivität entspringenden Ansichten zum Thema Armut.

Und ich würde den Begriff Armut in den Bereich der Emotionen verlagern, denn Armut ist eine persönliche Empfindung und das persönliche Empfinden von Armut wird geboren, aus dem ganz persönlichen Erfahrungshintergrund, welcher aus dem Umfeld in das man hineingeboren wird, und / oder in dem man aufwächst, sowie aus der Erziehung und der darin enthaltenen Konditionierung, plus der eigenen Fähigkeit mit Hilfe der angeborenen charakterlichen Wesensstruktur, in diesem Fall der inneren Stärke, mit all den äußeren Einflüssen, denen jeder von uns ausgesetzt ist, umzugehen. 

Und aus diesem - hoffentlich nicht allzu verwirrendem Gesamtkonstrukt - erwachsen letztlich die ganz persönlichen inneren Bedürfnisse, Wünsche Träume, Hoffnungen und.....,Lebensziele.....und die Fähigkeit mit all dem klarzukommen und......,das ganz persönliche Empfinden, was Armut bedeutet !

So, das war jetzt so richtig schön kompliziert. Aber ich gehe trotzdem mal davon aus, dass klar ist, was ich unterm Strich damit sagen will.
Nun gut, ich kanns auch etwas kürzer auf den Punkt bringen.

Für den einen bedeutet ein Sack Reis, den er in seiner Hütte bunkert unermesslichen Reichtum, während ein anderer meint, er sei eine arme, vom Schicksal gebeutelte Sau, weil seine Jacht `nen Motorschaden hat und für einen Dritten bricht eine Welt zusammen, wenn sein Handy, bzw. neudeutsch Smartphone, geklaut wird.

Betrachten wir die Sache doch mal ganz nüchtern, was braucht der Mensch wirklich?!
In unseren Breitengraden etwas Stoff auf dem Leib - im Winter etwas mehr 
, plus einer Behausung und ein gewisses Maß an Biomasse, sprich Nahrung, damit der Körper funktioniert.
Zugegeben seehr nüchtern betrachtet. Und dennoch gibt es Millionen Menschen auf der Welt, die tatsächlich nicht mehr, oft sogar nicht mal das, haben. Und das Kuriose daran ist, wenn man genau hinschaut sieht man unter denen viele Menschen die dennoch von Herzen lachen oder lächeln und viele unter ihnen haben nicht mal das Gefühl, mehr zu brauchen.
Warum kommt der moderne Konsummensch damit nicht klar?!

Das nenne ich Stoff zum Nachdenken. 


Warum glauben wir, die wir in der sog. zivilisierten Wohlstandgesellschaft leben, all das unbedingt zu brauchen um glücklich und zufrieden zu sein, was für andere überhaupt nicht von Bedeutung ist?!
Was bringt so viele Mensche zu der Überzeugung, nur dann glücklich und zufrieden sein zu können, wenn sie sich einen Platz in der >mein Haus-mein-Auto-mein Pferd, Boot, Butler, was bin ich und was seid ihr- und weiß der Geier was noch< Liga erobert haben?!
Was macht so viele glauben, Glück und Reichtum darin zu finden, sich vor dem Rest der Welt zum Affen zu machen um sich z.B. einen Tag lang Schnitzelkönig oder so, nennen zu dürfen, oder - derzeit voll im Trend - das Glück und die Zufriedenheit in dem Streben zu finden ein großer Star zu sein, einer von denen, die sie anhimmeln, ohne sich Gedanken darüber zumachen, welcher Preis dafür zu zahlen ist?!.

Schaut doch mal hin, wie viele von denen, die es "geschafft" haben, machen einen wirklich glücklichen und zufriedenen Eindruck. Und wie viele von denen, die in materiellem Reichtum schwimmen sind dennoch ganz offensichtlich "arme Schweine" am seelischen Abgrund, an deren elenden, emotionalen und zwischenmenschlichen, aber quotenträchtigen Untergang sich die Medien die Hände reiben. 


So etwas nenne ICH Armut!

Wir leben in einem System, welches von Machern beherrscht wird, die den Bogen raus haben, wie man das "gemeine Volk" in Abhängigkeit drängt und hält, indem sie dem Konsumenten Bedürfnisse suggerieren, die von Natur aus gar nicht vorhanden sind. „Brot und (zuhauf kostenlosle) Spiele fürs Volk.
Das ist In, das ist Trend, dass musst Du haben, denn haste das, biste was. Und wenn du nicht mitziehst, dann gehörst du nicht dazu, dann bist du ein Niemand, ein Nichts!
Und niemand will ein Niemand sein.......und...., welch ein Segen, denn das muss er ja auch nicht.........
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Wunderbar....alles easy, ich gehöre dazu, solange ich den Marionettentanz tanze, bis............sich mein Hals in den Fäden verfängt, die mir die Luft zum atmen nehmen.

Ich beobachte diesen Marionettentanz schon eine ganze Weile mit einer gewissen Ohn-macht und der besorgniserregenden Erkenntnis, je größer Reichtum, Status und Besitz, desto enger zieht sich die Schlinge der Anhängigkeiten um den eigenen Hals und desto größer werden Stress und Sorgen, all das zu erhalten und die Ängste alles zu verlieren, einschließlich der vielen "Freunde" die einen umgeben, solange man in der >Haste-was-biste-was-Liga< mitspielt.
Ich zweifle nicht daran, dass mir viele grundsätzlich Recht geben, doch gleich darauf folgen dann tausende von Aber, .....ich muss doch......, ich kann doch nicht....wie soll ich denn.......etc. Die Lieblingsbefürchtungen und Ängste, an denen die Macher sich nähren, weil sie das Hamsterrad am Laufen halten.

Stellt Euch mal vor, dass ihr morgen erfahrt, ich habt nur noch ein halbes Jahr zu leben, oder wir erfahren, dass ein Riese von Meteorit auf Kollisionskurs mit der Erde ist und unser aller Tage nun gezählt sind.
Diejenigen die sich wirklich in eine solche Situation hineindenken- und fühlen können werden überrascht sein, wie schnell und problemlos Prioritäten sich ändern können.


An dieser Stelle möchte ich meinen langen Text mit meinem Lieblingszitat aus einem Buch von Hermann Meyer abschließen:

>>.....und dennoch findet man oft nur zu dem, was einem entspricht, über das Erleben von dem, was zu einem nicht passt, womit man keine Identität hat.
Über das Erleben der Nichtidentität, bzw. anderer Formen ist es schließlich möglich, zu erkennen, wie man leben möchte.<<

In diesem Sinne..., Versuch macht kluch.
 

 
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