Glaubet den Lehrern nicht,glaubet den Büchern nicht, glaubet auch mir nicht. Glaubet nur das, was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und den anderen zum Wohle dienend erkannt habt. (Buddha)
   
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  Das Prinzip der Kommunikation
 

Ich möchte hier nun an meinen Beitrag „Sinn und Unsinn sich zu streiten“ anknüpfen. Während ich so über dieses Thema nachdachte, sprangen meine Gedanken dabei, wie so oft, in alle Richtungen und landeten schließlich bei einer Diskussion, auf die ich mich vor Jahren, als ich hier und da noch in Foren unterwegs war, eingelassen hatte. Dort gab es auch immer wieder mal Streitereien mit heftigen, verbalen Rundumschlägen. Und einige Schläge zielten Anfangs auch des Öfteren in meine Richtung. Zu der Zeit war es erst mein 2. Forum und da mich im 1. Forum nie Schläge dieser Art getroffen hatten, brauchte ich ne Weile um den Mechanismus zu durchschauen und zu lernen, damit umzugehen.
Als ich 2006 in jenes Forum einstieg, hatte ich anfangs so manch verbale Schlacht zu schlagen, denn dort war es Usus dass jeder Neuling sich gegen eine bestimmte Gruppe „alter Hasen“ mächtig zur Wehr setzen musste.

Zuerst hab ich gar nicht verstanden, was die eigentlich an mir auszusetzen hatten, denn ich bin von Natur aus ein friedliebender Mensch und es ist grundsätzlich gar nicht möglich sich mit mir zu streiten. Doch die haben immer wieder versucht, mich zu provozieren und mich aus der Reserve zu locken.
Als ich schließlich durchschaut hatte, dass sie es dort mit fast jedem Neuling so machen um dessen Grenzen auszutesten, habe ich mich bewusst auf dieses Spiel eingelassen und mit meinen ganz speziellen Waffen gekämpft.

Aber ich habe aus diesem „Kampf“ auch für mich selbst etwas gelernt und konnte schließlich meinen eigenen Entwicklungsschritt erkennen, der mich in meinem Verständnis um das Wesen der Kommunikation ein gutes Stück weitergebracht hat.
Ich habe damals nach dieser Selbsterkenntnis dort einen Beitrag geschrieben, den ich hier nun mal wiedergeben möchte.
Heute bin ich dankbar für diese Erfahrung, die meinen Raum für Toleranz ein gutes Stück erweitert.
Vielleicht kann ich mit meiner Erfahrung und den daraus gewonnenen Erkenntnissen einen Denkanstoß liefern.

Hier nun mein Beitrag in jenem Forum v. 02.01.07

>Ich habe mich hier und da ja schon bei meinen Freunden hier bedankt für die Hilfe den Mechanismus des Konfliktaufbaus zwischen meinen „Gegnern“ und mir zu verstehen.
Nun möchte ich mich auch mal bei meinen „Gegnern“ bedanken, denn sie haben ebenso dazu beigetragen, einen wichtigen Schritt in Richtung Bewusstseinserweiterung zu tun.
Es geht mir nie darum anderen klarmachen zu wollen, ich sehe was, was du nicht siehst und du hast Unrecht, das wäre wider meine Überzeugung, dass jeder subjektiv Recht hat, denn ich denke, was immer einer tut oder sagt, geschieht aus der Überzeugung, dass es in dem Moment das Richtige ist.
Ich möchte immer nur sagen, ich sehe was. was du nicht siehst, und wenn du willst kannst du es dir anschauen, vielleicht gefällt es dir. Und dies aus der Überzeugung, dass jeder aus seiner Perspektive etwas sehen kann, was seinem Gegenüber zwangsläufig verborgen bleibt.
Und bei dem was ich konstruktive Kommunikation nenne, geht es nicht darum, den anderen von seiner Überzeugung abzubringen, sondern ihm die freie Wahl zu lassen, diese durch neue Sichtweisen zu ergänzen.

Jeder hat seine ganz eigene Denkstruktur und befindet sich auf einer seinem Bewusstheits- und Bewusstseinsgrad entsprechenden Verständnisebene. Und die verschiedenen Verständnisebenen unterliegen für mich keiner Wertigkeit, denn keine ist besser oder schlechter höher oder niederer, sondern einfach nur anders.
Einer meiner Freunde hier hat mir klar gemacht, dass es eigentlich gar keiner langen Texte bedarf, um sich verständlich zu machen.

Manchmal begegnen wir Menschen, die sich auf der gleichen Verständnisebene befinden und dort bedarf es nur weniger Worte. Manchmal treffen wir auf Menschen, deren Verständnisebene sich in naher Nachbarschaft befindet. Sie hören offen zu, erahnen den Sinn der wenigen Worte und wollen Näheres erfahren. Bei ihnen ist die kommunikative Annäherung ein Leichtes, denn sie denken zumindest ähnlich und jeder schöpft aus den Erkenntnissen des anderen die Aspekte heraus, welche zu den eigenen passen. Er sieht sie als Bereicherung und wird sie dankbar in sein eigenes Denken einfügen
Und dann gibt es diejenigen, die auf einer weit entfernten Ebene denken. Und wenn solche Menschen aufeinander treffen, können alle noch so laut ausgesprochenen Worte dieser Welt es nicht bewirken, dass sie sich im Denken vereinen. Und das Konstruktivste was sie tun können ist, sich einen guten Tag und viel Glück auf ihrem Weg zu wünschen.
Ich habe hier gesagt, ich lerne durch beobachten, vor allem auch durch beobachten meiner selbst und so habe ich für mich eine weitere wichtige Entdeckung gemacht, die mir den Weg des langsamen Begreifens durch >learning by doing< aufzeigt.
Ich habe begriffen, dass es nicht ausreicht, nur Worte zu verstehen. Das Verstehen von Worten ist nur der erste Schritt auf dem Weg zum Inneren des eigenen Bewusstseins.
Durch das Hin und Her vieler Worte hier, wurde ich, wie schon öfter erwähnt, zu meiner Geschichte >suche nicht lasse dich finden< inspiriert. Da ist jenes Mädchen, welches den anderen unbedingt klarmachen wollte, wie schön die Steine sind, die es gefunden hatte. Doch niemand schien die Schönheit dieser Steine zu sehen. Und da stand sie nun auf dem Marktplatz und versuchte es immer wieder mit vielen Worten, die sie ständig wiederholte. Und sie begann die Leute zu nerven mit ihren „dummen“ Steinen. Und sie begannen sie zu meiden oder fingen an zu schimpfen und ihr alles Mögliche zu unterstellen.

Ich war beim Schreiben dieser Geschichte zu der Erkenntnis gekommen, dass es für dieses Mädchen völlig sinnlos ist, Menschen ihre Steine vor die Nase zu halten, die sie gar nicht sehen wollen oder die Schönheit gar nicht erkennen können, weil es eben Menschen sind, die auf einer weit entfernten Denkebene leben.

Das Mädchen hatte schließlich begriffen, dass sie nur die erreichen kann, die auf ihrer Ebene oder in naher Nachbarschaft denken. Und für die braucht sie nur wenige Worte, denn die kommen von selbst und sagen, zeig mir Deine Steine und erzähle mir wo und wie du sie gefunden hast.
Mein Verstand hatte viele der Worte hier wohl begriffen, doch mein „Bauch“ konnte sie noch nicht wirklich fühlen. Und so war mir bis heute noch nicht klar, dass ich selbst noch mitten in der Phase steckte, in der ich auf jenem „ Marktplatz“ stand und allen mit vielen Worten immer wieder zugerufen habe, nun schaut doch endlich mal, ich will doch weiter gar nichts als euch nur mal was zeigen.
Es gibt hier einen User, den ich sehr schätze. Er geht selten mit mehr als nur einem oder wenigen Worten auf Beiträge ein. Ich weiß, dass er zu denen gehört, die auf der gleichen Denkebene wohnen wie ich, deshalb verstehe ich fast immer was er sagen will, doch habe ich oft gedacht, das müsste er doch mal etwas ausführlicher erklären, damit all die anderen, die auf anderen Denkebenen wohnen auch damit klarkommen.
Doch obwohl wir sehr nahe beieinander „wohnen“ ist er mir um einiges voraus.
Doch nun hat diese Erkenntnis auch meinen „Bauch“ erreicht und ich kann fühlen, dass man eigentlich gar nicht viele Worte braucht um sich denen verständlich zu machen, die auf der gleichen Denkebene wohnen. Und die „Nachbarn“, die mich wirklich verstehen wollen, wissen mich zu finden und können mich jederzeit fragen.
Und für die, die ganz weit weg „wohnen“ würden selbst 50000 Zeichen-Texte mit unzähligen Wiederholungen nicht ausreichen damit wir uns verstehen.
Also wünsche ich denen einen guten Tag und Glück auf ihrem Weg und viele Begegnungen mit Menschen auf ihrer Denkebene.
Ich danke meinen Freunden und „Gegnern“ noch einmal für das lehrreiche „Coaching“.<

 
 
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