Glaubet den Lehrern nicht,glaubet den Büchern nicht, glaubet auch mir nicht. Glaubet nur das, was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und den anderen zum Wohle dienend erkannt habt. (Buddha)
   
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  Unsere Kinder sollen es einmal besser haben
 

I
mmer wieder hören wir jenen Standartspruch, ich liebe mein/e Kind/er und ich will ihm/nen etwas bieten, damit es ihm/nen gut geht. Nur wird mit diesem guten Vorsatz die Vorstellung verbunden man müsse sich abrackern, um sich möglichst viel leisten zu können.

Doch das Verhältnis und die Liebe zu Kindern hängen sicher nicht von äußeren, materiellen Gegebenheiten ab. Das können wir in den ärmsten Ländern der Welt überall beobachten, ebenso wie zu beobachten ist, dass sich Liebe und Verständnis für Kinder und deren Stellenwert in dem Maße verringert, in dem der Wohlstand wächst. Wohlstand macht süchtig. Je mehr wir haben, desto mehr wollen wir, je mehr wir wollen, desto weniger Zeit und Geduld haben wir für unsere Kinder, denn das Streben nach Ansehen, Status und Besitz in unserer sog. zivilisierten Haste-was-biste-was-Welt erfordert vollen Einsatz. Permanenter Konkurrenzkampf und die Jagd nach besser, größer, schöner als der Nachbar, macht die Menschen hektisch und nervös. Sie „leben“ nur für das Morgen für eine „sichere“ Zukunft. Da ist kein Raum für >Mama, Papa guckt doch mal was ich gemalt habe.<>Später mein kleiner Spatz, ich muss erst mal …
Das tue ich alles nur für dich, damit du es einmal besser hast, das verstehst du doch oder?<

Nein! Das versteht der kleine Spatz NICHT!

Kinder leben nur im Hier und Jetzt und genau dort braucht ihre Seele Liebe, wie die Blumen das Wasser, denn morgen ist die Seele vertrocknet.

Ich denke, dass sich der moderne Wohlstandsmensch ein Wertesystem geschaffen hat, in dem der Kontakt zu seinem eigenen Selbst mehr und mehr verloren geht, weil der Wert des Menschen nicht an dem gemessen wird was er ist, sondern an dem was er hat. Und so fühlt sich jeder gezwungen, seine wahre Natur zu verleugnen und seine ganze Energie dafür zu vergeuden, sich eine Scheinfassade aufzubauen und sich mit einer Selbstlüge zu umgeben und diese aufrecht zu erhalten um den Erwartungen anderer gerecht zu werden.

Wo bleibt da Raum für Liebe?
Unsere ganze Wohlstandswelt ist inzwischen zu einer großen Bühne geworden, auf der jeder bemüht ist, seine Rolle so gut wie möglich zu spielen und jeder versucht den anderen zu übertreffen um sich möglichst eine profitable Hauptrolle zu ergattern.

Das ist Stress pur und dazu kommt dann auch noch der "Schauspielunterricht" für die Kinder, sobald sie auf der Welt sind. Ihnen wird von Anfang an beigebacht, so zu sein, wie "die Leute" sie sehen sollen und sie lernen früh, dass sie offenbar nur dann geliebt werden, wenn sie mitspielen und sich nach außen hin so zeigen wie "man" sie haben will.

Doch all das hat nichts mit Liebe zu tun, obwohl alle Eltern immer nur das Beste für ihre Kinder wollen. Und sie glauben, dass es das Beste ist, ihnen möglichst früh beizubringen, wie sie sich in unserer Gesellschaft durch Anpassung behaupten können. Das beginnt schon damit, dass Eltern meist eine genaue Vorstellung davon haben, was aus ihrem Kind einmal werden soll. Natürlich sollen die Kinder es einmal besser haben, aber sie werden es nicht automatisch dadurch besser haben, indem die Wünsche und Vorstellungen ihrer Eltern erfüllen. Jeder Mensch ist ein Einzelstück, mit individuellen Stärken, Schwächen und Bedürfnissen und hat instinktiv den Drang, diese auf seine ganz persönliche Weise auszuleben. Und genau dieser natürliche Drang wird von unserem System permanent unterdrückt, kaum dass wir auf der Welt sind. Jeder von uns wird mit bestimmten Talenten und Begabungen geboren.

Aber wir werden von Anfang an, ohne Rücksicht darauf in ein Korsett gepresst, dass im Laufe unseres Lebens immer enger gezogen wird und uns mehr und mehr die Luft zum Atmen nimmt. Nach dem ersten gutgemeinten "Schauspielunterricht" der Eltern geht es in der Schule weiter, denn in unserem Schulsystem werden die Begabungen und Talente des Einzelnen völlig außer acht gelassen. Es gibt einen starren Lehr- und Zeitplan und wer nicht mitkommt, hat Pech gehabt.
Unsere Kinder werden entweder über- oder unterfordert. Die Brutstätte einer perspektivlosen Null-Bock-Generation in der Potenziale unbeachtet verkümmern.

Und wer hört ihnen zu Hause zu, wenn ihre Kinderseele verzweifelt um Hilfe schreit und mit bunten Haaren oder Springer Stiefeln oder flegelhaftem Benehmen etc. um Aufmerksamkeit bettelt? Wo gibt es noch Eltern, die diese Zeichensprache verstehen – wollen? Und dann all die anderen Menschen drum herum, die immer nur vermeintliches Fehlverhalten kritisieren und verurteilen und auf unserer immer gewalttätiger werdenden verdorbenen Jugend herumhacken, ohne sich Gedanken über Ursachen, Hintergründe und ihren eigenen Anteil an dieser Entwicklung zu machen. Wie sollen junge Menschen sich dagegen wehren?
Scheißleben, wozu! Frust, Ohn-macht.
Die einen reagieren aggressiv, schlagen um sich, verbal oder mit Fäusten oder Waffen, andere sind depressiv, verkriechen sich oder benebeln sich mit Alkohol und Drogen, oder fressen sich fett, oder essen gar nichts mehr, verfallen in Kaufrausch. Oder suchen sich später andere Ersatzbefriedigungen indem sie sich mit einem Berg von Statussymbolen umgeben. Mein Haus, mein Auto, mein Pferd, größer, besser, schöner als der Nachbar.

Wo soll bei soviel Frust noch Liebe herkommen?
Aber ohne Liebe, wird es nie Zu-FRIEDEN-heit geben, weder in der Familie, noch in der Nachbarschaft, noch im Job, noch in der ganzen Welt.


 
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