Glaubet den Lehrern nicht,glaubet den Büchern nicht, glaubet auch mir nicht. Glaubet nur das, was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und den anderen zum Wohle dienend erkannt habt. (Buddha)
   
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  Integration
 

I
ntegration
ist das Schlagwort, wenn es um Ausländer und viele damit verbundene Probleme geht, die es eigenltich gar nicht geben müßte.
Das Thema ist ja nun schon Jahrzehnte alt.

Ich selbst hatte bisher eher weniger mit Ausländern zu tun, genauer gesagt, mir sind wohl schon etliche von ihnen, aus unterschiedlichen Nationen persönlich begegnet, aber ich hatte nie irgendein Problem damit. Vielleicht liegt es daran, dass ich sie nie als Ausländer, sondern immer nur als Menschen betrachte. Individuen mit unterschiedlichen, Erfahrungshintergründen, Interessen, Bedürfnissen etc. und Lebensvorstellungen. Nicht besser oder schlechter als meine, sondern einfach nur anders.
Aber natürlich sehe ich auch, dass das Thema Ausländer nach wie vor sehr problembehaftet ist, denn das war auch schon vor rd. 20 Jahren so, als ich mich das erste mal bewusst damit auseinandergesetzt habe.
Damals schrieb ich:

Ist das Ausländerproblem wirklich nur ein Ausländerproblem?
Provokante philosophische Betrachtung  v. "MarChris" 11/92

Asylanten, Aussiedler oder auch nur fremde Menschen, die von einem besseren Leben träumen, scheinbar der ganze Rest der Welt, macht sich in unserem kleinen Deutschland breit. Sie wollen unser Geld, unsere Wohnungen, unsere Arbeitsplätze. Deutsche Familien, die bisher ruhig und friedlich vor sich hingelebt haben, sich mit dem sprichwörtlichen deutschen Fleiß und der deutschen Ordnung ihr Leben, mit all dem was dazugehört, aufgebaut haben, sehen sich zunehmend mit etwas konfrontiert, mit dem sie nicht so recht klarkommen.
Wie auch?

Vierzig Jahre (inzw. rd. 60) Ruhe, Frieden und Ordnung – relativ gesehen natürlich -sind innerhalb weniger Jahre dahin.
Der „schlafende Hund“, der all die Jahre so friedlich vor sich hingedöst hat wird plötzlich mit einem Eimer Eiswasser geweckt. Welcher Hund fletscht da nicht die Zähne?! Selbst das friedlichste Lebewesen kann zum Untier werden, wenn es sein Hab und Gut oder sich selbst bedroht fühlt. Ein natürlicher Besitzinstinkt, der sich in Jahrmillionen Entwicklungsgeschichte in uns verankert hat und den wir Menschen uns gemeinsam mit dem Tier erhoben bewahrt haben.
Es sitzt einfach zu tief und lässt sich auch mit noch so schönen Worten nicht wegdiskutieren. Auch wenn sich unser Verstand soweit entwickelt hat, dass wir uns ab und zu vielleicht schon mal fragen, ob es nicht dumm und unsinnig ist, wie wir uns manchmal verhalten, so gelingt es doch erst wenigen, sich über unsere Urinstinkte hinwegzusetzen.

Was unterscheidet die Menschen verschiedener Länder denn so voneinander, dass sie nicht miteinander auskommen können? Wir gehören doch alle zur selben Spezies.
Was macht den eigentlichen Störfaktor aus? Ob nun Schlitz- oder Rundauge, gelb, schwarz, rot oder weiß, Moslem, Buddhist oder Christ. Warum kann nicht jeder sein Leben leben, wie es ihm gefällt? Wen geht es etwas an, ob ich an Allah, Buddha, Manitu, Gott oder das Fliegende Spaghettimonster glaube. Ist das nicht völlig egal, solange mein Glaube an was auch immer, mir gut tut und mir die Kraft gibt, die ich brauche?!


Warum?
Eine einfache Frage, tausend Leute, tausend Antworten.

Soll ich mich darüber aufregen, dass Menschen „auf die Reise gehen“, weil sie sich woanders ein besseres Leben erträumen? Ist das nicht sogar typisch Mensch, woher er auch immer kommen mag?
Waren nicht auch unsere Vorfahren Wirtschaftsflüchtlinge als sie mit ihrem kläglichen Hab und Gut in die „neue Welt“ aufbrachen, voller Hoffnung auf ein besseres Leben?
Und gibt es nicht auch bei uns heute immer wieder Menschen, die ihre Sachen packen und mit der gleichen Hoffnung aufbrechen und auswandern, weil sie sich woanders ein besseres, ihren Bedürfnissen entsprechendes Leben versprechen?
Seit wann haben wir eigentlich ein Problem mit Ausländern? Waren sie nicht sogar einmal willkommene Hilfen? Jene Gastarbeiter, die mit offenen Armen empfangen wurden, um beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland zu helfen?
Haben wir wirklich ein Ausländerproblem oder ist es einfach nur ein Raumproblem?

Stellen wir uns einmal vor, jemand hat ein Haus, renovierungsbedürftig, aber schön groß mit zehn Zimmern, von denen er selbst nur drei bewohnt. Nun kommt einer daher, dem in seinem eigenen Haus etwas nicht passt oder der es gar verloren hat und sagt, Mensch Kumpel, du hast so ein schönes, großes Haus und soviel Platz, kann ich nicht bei dir wohnen, dafür helfe ich dir beim Renovieren.
Alles klar, kein Problem, Platz hab ich genug und Hilfe kann ich gut gebrauchen. Der Glückliche erzählt das einem Freund und der kommt nun auch und sagt, Mensch, du hast noch so viele Zimmer frei, ich helfe auch mit, wenn du mich hier wohnen lässt.
Die ersten Gastarbeiter. Noch ist alles in Ordnung. Noch gibt es Platz und Arbeit genug. Das Haus wird immer schöner. Das spricht sich herum und es kommen immer mehr Fremde, die sich angesichts dieses schönen Hauses in ihrer eigenen Hütte nicht mehr wohlfühlen. Sie kommen aus allen Richtungen und alle wollen in diesem schönen Haus wohnen. Doch nun wird es eng, die Zimmer sind alle belegt.
„Ach stellt euch nicht so an, was wollt ihr mit so großen Zimmern, da passen wir auch noch mit hinein und die Arbeit teilen wir uns".

Aber es gibt nichts mehr zu teilen.Jeder hatte bisher sein Zimmer, seinen persönlichen Raum um sich herum, seine Arbeit, alles lief bestens. Und alle die nun kommen werden als Eindringlinge und Störenfriede gesehen, die den Hausbewohnern, Raum und Arbeit streitig machen und sich an dem bereichern wollen, was andere geschaffen haben.
Die animalischen Urinstinkte werden wieder wach.
Wer sich einem Hund nähert um ihm seinen Knochen wegzunehmen hört ihn erst knurren, sieht ihn dann die Zähne fletschen bis er schließlich zubeißt.
Bewahrt man jedoch die Distanz, passiert nichts Schlimmes.

Der Mensch glaubt klüger zu sein als das Tier, doch die unterschiedlichsten Tierarten respektieren einander, solange jedes den nötigen Abstand hält.

Ein Schiff geht unter. Das kleine Rettungsboot fasst genau 20 Leute und keinen mehr. Zwanzig Glückliche haben es geschafft und sitzen sicher im Boot. Da kommt der Einundzwanzigste dahergeschwommen. Und was passiert? Man lässt ihn lieber ersaufen anstatt ihn an Bord zu nehmen. Stumme Einigkeit, entweder er, oder wir ersaufen alle. Und der eigene Lebenswille wiegt schwerer als das Gewissen, dass sich vielleicht bei dem einen oder anderen meldet. Und dabei ist es völlig gleichgültig wer oder was der Einundzwanzigste ist, Libanese, Türke, Albaner oder Deutscher.

Eine ganz normale deutsche Durchschnittsfamilie, Vater, Mutter und Tochter, bewohnen ein Einfamilienhaus. Eines Tages steht Mutters Schwester mit Sack, Pack, Mann, Sohn und Tochter, vor der Tür. Heulend und verzweifelt bitten sie um Obdach, denn ihr Haus sei abgebrannt.
Da alle sich bisher immer gut verstanden haben, braucht man nicht lange zu überlegen. Selbstverständlich sind die Verwandten willkommen. Man rückt eben ein wenig zusammen, es wird schon gehen.
Die beiden Kinder der Schwester müssen sich plötzlich ein Zimmer teilen. Der Neffe hört gern Prince, die Nichte schwärmt für klassische Musik. Die Tochter des Hauses muss mit ihren Mathias Reim Platten ins Bügelzimmer übersiedeln.
Der Mann muss sein Arbeitszimmer räumen und mit seinem Schreibtisch ins Wohnzimmer ziehen. Er will abends noch etwas arbeiten, während seine Frau gern den Bergdoktor sehen will. Streit! Er kann sich nicht konzentrieren.
 Die Schwägerin will sich derweil nützlich machen, hilft beim Kochen und streut Majoran in die Suppe. Die Familie kann Majoran nicht ausstehen. Dann bügelt sie Hemden für den Schwager, mit Bügelfalte im Ärmel. Der Schwager hasst Bügelfalten im Ärmel.
Aus dem Kinderzimmer ertönt im ganzen Haus vernehmlich Beethovens 9. Die Nichte frönt ihrer Leidenschaft für klassische Musik. Aber die Familie mag keine klassische Musik.
Der Neffe verstreut im ganzen Haus seine schmutzigen Socken.
Unmut kommt auf, der sich ganz allmählich in Hass steigert. Die blöde Cousine mit ihrem dämlichen Beethoven. Der bescheuerte Onkel, der alles besser weiß und nachts den Rest der Familie wachschnarcht.
Die Schwester, die nicht kapiert, dass hier keiner Majoran mag. Und schon wieder liegen ein paar schmutzige Socken des Neffen unter dem Wohnzimmertisch."Diesen verdammten Bengel könnt ich an die Wand klatschen". Vater versteckt missmutig die Bügelfalte am Hemdärmel unter der Jacke, "dämliche Schnepfe, wann schnallt die das endlich!"

Die Stimmung in der Familie ist auf dem Nullpunkt. Jeder reagiert sofort aggressiv, sobald man ihn nur anspricht. Die Nerven liegen blank. Und plötzlich ist man sich einig und der Streit untereinander hört auf. Die „lieben“ Verwandten, die man früher durchaus als solche angesehen hat, müssen / wollen raus und das so schnell wie möglich, sonst drehen alle durch.

Ein ganz normales Familienproblem im Kleinen, dass sich kaum von den großen Problemen innerhalb der "Familie Mensch" unterscheidet.
Es gibt kein Ausländerproblem, sondern ein Raumproblem. Unser „Haus“ ist einfach voll. Die meisten von uns haben grundsätzlich gar nichts gegen Ausländer, solange jeder seinen eigenen Freiraum hat, in dem er seine Macken und Gewohnheiten ausleben kann, ohne den anderen zu stören. Wie viele von uns hatten schon die schlimmsten Rachegedanken, weil uns z.B. der Nachbar mit seinen Riesentannen das Licht nimmt oder weil sein Unkraut ständig in unseren gepflegten Garten herüberwuchert. Die Prozessakten deutscher Gerichte sind voll von solchen Bagatellfällen.

Ärger, Unmut, oder gar Hass und Gewalt beginnen immer dann zu brodeln, wenn uns jemand in irgendeiner Form zu dicht auf den Pelz rückt, uns einengt, oder sich sonst wie in unsere Angelegenheiten einmischt. Ob das nun zufällig Ausländer sind oder sonst wer ist. Nun konzentriert sich unsere Ablehnung zunehmend auf die Ausländer, aber nicht weil sie Ausländer sind, sondern einfach Leute, die plötzlich zu Hauf in unseren Raum und unseren gewohnten Lebensrhythmus eindringen.

Wenn z.B. auf einmal alle Bremer aufbrechen würden um sich in Schleswig-Holstein anzusiedeln, weil da die Luft noch rein ist und man so schön weit gucken kann, würden die Schleswig-Holsteiner sich bewaffnen und gegen die Bremer zu Felde ziehen.
Bei den Ausländern kommt noch erschwerend hinzu, dass wir ihre fremde Kultur, ihre Mentalität und Denkungsart nicht verstehen. Was jedoch nicht weiter schlimm ist, solange man die nötige Distanz wahrt.
Nicht nur typisch Mensch oder typisch Tier sondern typisch Natur. Auch Pflanzen gehen ein oder können sich nicht entfalten, wenn man sie zu dicht pflanzt.

Soweit die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite des sog. Ausländerproblems sind die Ausländer selbst. Viele von ihnen machen sich das Leben, dass sie hier hoffen zu verbessern unnötig schwer, weil sie nicht begreifen, dass auch sie sich dem Naturgesetz beugen müssen, dem alles Leben auf unserem Planeten unterliegt.

Dem Naturgesetz der Anpassung.
Seit es Leben gibt, basiert alles auf Anpassung. Alles und Jedes muss sich veränderten Umständen anpassen um leben zu können.

Wenn ich meine Brücken abbreche und in ein anderes Land gehe, dann muss ich es mit allen Konsequenzen tun. Ein Neuanfang ist etwas Totales, bei dem ich das Bisherige hinter mir lassen muss. Zumindest nach außen hin. Innerhalb seiner vier Wände, in seinem privaten Bereich soll jeder tun was ihm beliebt, aber wenn ich mein Haus verlasse, sollte ich zumindest versuchen, mich soweit wie möglich der Kultur und den Sitten und Gebräuchen des Landes anzupassen für das ich mich entschieden habe. Niemand zwingt irgendwen in einem fremden Land zu leben, wenn er dazu nicht bereit ist. Aber wenn, dann bitte ganz oder gar nicht!

Wenn ich z.B. im Sommer im Iran im Bikini herumlaufe, werde ich sofort verhaftet und eingesperrt. Da nützt es mir überhaupt nichts, wenn ich sage, dass das in Deutschland so üblich ist.
Ich kann nun mal nicht einfach in ein fremdes Haus gehen, mein „Majoran“ in eine fremde Suppe streuen und meine Socken überall herumliege lassen, die Mitbewohner mit meiner Lieblingsmusik nerven und erwarten, dass die Leute dort das freundlich lächelnd hinnehmen.

Unser kleines Deutschland ist nun mal nicht größer und wer will es den Einheimischen verübeln, dass sie nicht gerade glücklich darüber sind, wenn immer mehr Fremde in ihr Land einströmen und Lebensraum und Arbeit beanspruchen, wenn man selbst kaum genug davon hat.
Es wird wohl noch ne Weile brauchen, bis wir jenen goldenen Mittelweg gefunden haben, der einen akzeptablen Lebensraum für alle bietet.
Derweil wären vielleicht immer mal wieder kleine Kurse in Sitten und Gebräuchen unseres Landes für Ausländer, die sich hier niederlassen, angebracht.
Vielleicht ein Ansatzpunkt für jeden Einzelnen von uns, wenn wir so einem Unwissenden begegnen, wobei man nicht vergessen sollte, wie es in den Wald hineinschallt, so hallt es heraus. Eine Weisheit, die auf der ganzen Welt gilt, denn auf Vorwürfe reagiert niemand freundlich.

Vielleicht sollte man, bevor man beginnt, Ausländern unsere Lebensweise zu erklären, mal nach ihren Sitten und Gebräuchen fragen und danach, was in ihrem Land geschieht, wenn man dagegen verstößt, Bei dem Einen oder Anderen mag es dann schon dämmern, die Toleranzgrenze etwas erweitern und den Umgang miteinander ein bisschen erleichtern, weil wir nur im gegenseitigen Informationsaustausch lernen können uns besser zu verstehen.
 
 
 
 
 
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